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Coachingprogramm für einen Aufsichtsrat in einem Medienunternehmen

Ein Investmentbanker einer deutschen Großbank wird mit Anfang 40 nach einer Bilder­buchkarriere in den Aufsichtsrat eines Medienunternehmens berufen. Er ist ein ausge­wiesener Fachmann in seinem Bereich und im wahrsten Sinne des Wortes "truly bankable".

Kommunikation als Führungskraft

In seiner neuen Funktion trifft er auf erfahrene Medienfachleute, Journalisten, Techniker und Betriebsräte, mit denen er auf seinem bisherigen Berufsweg keine Erfahrungen gesammelt hat. Bereits mit seinem persönlichen Auftreten errichtet er unsichtbare Barrieren für die Zusammenarbeit. Sein in der Bank und Finanzwelt durchaus übliches Kommunika­tionsverhalten wird in der Medienwelt als arrogant, technokratisch und wirklichkeitsfremd ausgelegt. Seine mangelnde Erfahrung in der Medienwelt und seine bisher kaum vorhan­denen Kontakte zu wichtigen Playern in der Medienwirtschaft schwächen gemeinsam mit seinem jungen Lebensalter seine Akzeptanz im Gremium weiter.

Beziehungsmanagement

Da er vom Hauptaktionär des Medienunternehmens vorgeschlagen worden ist, begegnet ihm der Vorsitzende des Aufsichtsrats höflich aber distanziert. Auch die anderen Kollegen unternehmen keine Anstrengungen, ihn in das Gremium zu integrieren und wahren Distanz.

Bereits im Chemistry Meeting arbeitet der neue Aufsichtsrat mit seinem Coach die drei wichtigsten Arbeits- und Entwicklungsbereiche, in denen der Aufsichtsrat rasch tätig werden muss, her­aus. Gemeinsam priorisieren sie in den Feldern persönliches Auftreten, Kommunikation und Arbeitsbeziehungen,  Aktivitäten, Ansprech- und Arbeitspartner, auf die der Aufsichtsrat zugehen und mit denen er einen Neustart wagen möchte.

er Aufsichtsrat und der Coach entwickeln ein Arbeitsprogramm, im Rahmen dessen der Aufsichtsrat - für ihn untypisch - persönlich Termine mit seinen Kollegen im Gremium und Ansprechpartnern vereinbart. Er wagt es mehr von seiner eigenen Persönlichkeit zu zeigen, bittet offen um Hilfe und Informationen und macht darauf aufmerksam, dass er die für ihn neue Welt der Medien mit Hilfe seiner Kollegen kennen und deren Sprache rasch lernen will.

Durch seine hohe Fachkompetenz und sein hervorragendes Netzwerk in der Bank- und Finanzierungswelt gelingt es ihm, für das Medienunternehmen wertvolle neue Kontakte zu knüpfen und dem Aufsichtsrat sowie dem Vorstand des Unternehmens relevante Informa­tionen zur Verfügung zu stellen, die rasch seine fehlende Medienerfahrung vergessen machen. 

Fazit

Nach wenigen Monaten haben sich seine Rolle im Aufsichtsrat und das Verhalten zum Gros der neuen Kollegen grundlegend geändert. Er wird als neuer Kollege wegen seiner Anders­artigkeit geschätzt und nicht mehr deswegen auf Distanz gehalten. Gemeinsam mit seinem Coach arbeitet er engagiert weiter daran, nicht in die geübten Ver­haltensmuster des "arroganten Investment Bankers" zurückzufallen, seine Arbeit im Aufsichtsrat effektiv zu gestalten und neue interessante Arbeits- und Gesprächspartner in der Welt der Medien für sich zu gewinnen.